24.09.2014

Vielen Menschen der westlichen Hemisphäre war das chinesische Unternehmen Alibaba Group bisher erstaunlicherweise unbekannt. Mit dem Rekord-Börsengang hat das Unternehmen mit Sitz in Hangzhou aber nun auch hier zu Lande die mediale Aufmerksamkeit erhalten, die es mit seinem Wachstum und dem Marktwert schon längst hätte haben müssen. Das Unternehmen kann sich inzwischen zu einem der weltweit größten und umsatzstärksten E-Commerce-Unternehmen zählen und stellt selbst Onlineriesen wie Amazon und Ebay in den Schatten. Grund genug für unsere Pandaredaktion, das Onlineunternehmen mal genauer unter die Lupe zu nehmen!

Der Aufstieg des E-Commerce-Giganten

Der Hauptsitz von Alibaba in Hangzhou

1999 - in diesem Jahr wurde der mittlerweile global bekannte Internetkonzern geboren. Aber was ist die Alibaba Group überhaupt? Die Alibaba Group ist in China und im asiatischen Raum schon längst kein Unbekannter mehr. Das E-Commerce-Unternehmen ist in verschiedenen Onlinebereichen tätig und gliedert sich wiederum in sechs Tochterfirmen. Zum einen gibt es Alibaba.com eine B2B-Handelsplattform. Diese ist der größte Online-Marktplatz der Welt. 231 Millionen Käufer brachten im vergangenen Jahr einen Umsatz von fast 250 Milliarden Dollar. 2003 folgte das chinesische Online-Auktionshaus Taobao. Mit einem Marktanteil von siebzig Prozent ist Taobao die größte und umsatzstärkste Internet-Auktionsplattform in ganz Asien. Yahoo erkannte Alibabas Potential und erkaufte sich für eine Millarde US-Dollar einen Anteil von 40% an der Alibaba Group. Mittlerweile hält Yahoo nur noch die Hälfte dieser Anteile. Zwischen 2004 und 2007 folgten unter anderem noch die Gründung von AliPay (einem Onlinebezahlsystem ähnlich PayPal), Alisoft (Web-Service für chinesische Unternehmen) und Alimama, einem Online-Werbedienst. Innerhalb von fünf Jahren konnte das Unternehmen seine Mitarbeiterzahl von 4.400 auf 22.000 steigern.

Und nun will das Unternehmen auch die Börse erobern: Der Einstieg in die Aktienwelt kann mit einem Gesamtvolumen von 25 Millarden US-Dollar als der weltgrößte Börsengang der Geschichte bezeichnet werden, wie Spiegel Online berichtet. Dadurch hat der Online-Gigant mittlerweile einen geschätzten Marktwert von 168 Millarden US-Dollar.

Die Zahlen sprechen also definitiv für sich. Alibaba dürfte somit fortan nicht mehr nur als Assoziation für die orientalischen Geschichten aus 1001 Nacht dienen, sondern auch an ein Wirtschaftsmärchen erinnern.

Wer steckt hinter diesem Unternehmen?

Der Alibaba Gründer Jack Ma

“Vater” und Gründer der Alibaba Group ist der 49-jährige Jack Ma. Nicht ganz umsonst wird er in der Presse als der asiatische Bill Gates angepriesen. Natürlich, die Schlagzeilen sind sehr reißerisch - aber die Tatsache, dass er innerhalb von 15 Jahren ein riesiges Online-Imperium aufbaute und sich mittlerweile als reichster Mann Chinas betiteln kann, ist sicherlich nicht zu verachten. Der ehemalige Englischlehrer hatte das Unternehmen mit siebzehn Freunden aus seiner Ein-Zimmer-Wohnung (die damals als Bürozentrale diente) heraus gegründet. Darf man der Presse glauben, hat Jack Ma davor nur schwer Arbeit finden können - deshalb machte er sich seine Englischkenntnisse und Faszination für das Internet zu Nutze und gründete mit geliehenen 2000 Dollar China Pages, die erste chinesische Internetfirma. 1999 folgte dann der entscheidende Schritt, die Gründung der Alibaba Group. In den chinesischen Medien wird Ma inzwischen wie ein Rockstar gefeiert. Aber ob diese Begeisterung wirklich so authentisch ist, kann man aufgrund Chinas strikter Pressezensur leider nicht ganz so differenziert und objektiv bewerten. Fest steht aber, dass zumindest der exzentrische Unternehmer selbst, sich und sein Werk gebührend und ausschweifend zu feiern weiß, wie dieses verrückte Video beweist.

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