29.01.2015

Heute, am 29. Januar 2015, ist es so weit: die veränderten Allgemeinen Geschäftsbedingungen von PayPal Deutschland treten in Kraft. Und das hat Folgen - vor allem Vorteile für euch als Kunden. Denn PayPal hat den Käuferschutz auf 180 Tage verlängert.

Bisher hatte der Kunde nach dem Kauf bzw. der Bezahlung der Ware 45 Tage Zeit, einen PayPal-Fall zu eröffnen, um bei fehlenden Produkten oder anderen Reklamationen mit Hilfe PayPals sein Geld zurückzubekommen. Besonders bei Bestellungen aus dem chinesischen Ausland war das oft ein zu knapper Zeitraum, um Artikel zu empfangen und zu testen. Denn viele Shops benötigen mehrere Tage zur Bearbeitung von Bestellungen und die Lieferzeit von China nach Deutschland kann bis zu 6 Wochen betragen. So verstreichte die meiste Zeit, in der der Käufer Anspruch auf Käuferschutz hat, bisher schon bevor das Paket überhaupt den Weg zu ihm gefunden hat. Aber seit dem 29. Januar hat PayPal seinen Käuferschutz verlängert.

Bei allen Käufen, die ab heute in Deutschland per PayPal bezahlt werden, haben Kunden nun die Möglichkeit innerhalb von 180 Tagen nach Zahlungsdatum Reklamationen via PayPal mit dem Verkäufer zu klären und im Falle eines unkommunikativen Verkäufers einen Käuferschutzfall zu eröffnen, um das bezahlte Geld zurückzufordern.

ebay.de-Käuferschutz liegt bei 30 Tagen

Ebay.de, der deutsche Vertreter des PayPal-Mutterunternehmens ebay, hat seinen Käuferschutz nur geringfügig verändert. Hier gibt es einen Käuferschutz, der den Käufer bis zu 30 Tage nach angegebenem voraussichtlichen Lieferdatum schützt. Vorher begann die Käuferschutzfrist am Tag des Vertragabschlusses - hier verlängert sich also ggf. der Schutz um einige Tage, aber nicht um mehrere Monate so wie bei PayPal. Käufer können hier auch bei Kreditkarten- oder Lastschriftzahlung Probleme im ebay-Käuferschutzprogramm melden und ihr Geld zurückverlangen.

PayPal-Änderung zu Gunsten der Käufer - Nachteile für Verkäufer

Auch wenn man sich als privater Käufer sehr über diese Ausweitung des Käuferschutzes freut, so gibt es durchaus Nachteile für Verkäufer. Durch die verlängerte Zeit könnten sich zum Einen die Beschwerden rapide anhäufen und zum Anderen werden Betrüger angelockt. Somit muss man nicht nur als privater Verkäufer ab jetzt bis zu sechs Monate nach Zahlungsdatum per PayPal mit Reklamationen rechnen. Auch gewerbliche Verkäufer müssen jetzt umorganisieren. Viele Unternehmen haben keine detaillierten Unterlagen über alle Bestellung innerhalb der letzten sechs Monate und haben nicht die Ressourcen, um Produkte noch sechs Monate nach der Bezahlung zurückzunehmen.

Die Bestimmungen werden nun also deutlich zu Gunsten der Kundensicherheit verändert, die Regelungen für den Verkäufer bleiben aber weiter unberührt. Es bleibt abzuwarten, ob bei privaten Auktionen und Verkäufen jetzt die PayPal-Zahlung immer seltener angeboten wird oder der Trend weiterhin zu privaten Verkäufen auf anderen Plattformen mit anderen Zahlungsmöglichkeiten gehen wird.

Wir hoffen natürlich vor allem, dass Anbieter aus China PayPal weiterhin als Zahlungsmethode anbieten werden. Denn hiermit gibt es eine Chance für China-Shops: nun haben sie die Möglichkeit skeptische Onlinekäufer davon zu überzeugen, dass Einkäufe in Fernost kein großes Risiko mehr darstellen, da man ab jetzt fast sechs Monate per PayPal abgesichert ist.

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